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Botschaft für den März 2026

Liebe Gensinger,

ich schreibe diese Zeilen gerade über den Wolken, auf dem Rückflug aus Kenia. In der vergangenen Woche habe ich dort mehrere Missionare besucht und ein Seminar zum Thema Leiterschaft gehalten. Das christliche Missionswerk DIGUNA arbeitet bereits seit einigen Jahrzehnten in Kenia und anderen afrikanischen Ländern. Es hat mehrere Kinderheime gegründet, um Waisenkindern und verwahrlosten Kindern ein Zuhause zu geben.

Besonders beeindruckt hat mich die Hingabe der Mitarbeiter vor Ort. Manche von ihnen stammen selbst aus äußerst schwierigen Verhältnissen oder sogar aus den Slums. Ich habe großen Respekt vor ihrer Arbeit. Man spürt ihnen ab, wie sehr sie die Kinder lieben und ihnen ein Stück Normalität ermöglichen wollen.

Obwohl die Stadt Nairobi stark wächst und sich die Lebensbedingungen in einigen Regionen verbessern, gibt es dennoch sehr viel Armut und Elend. Leider gibt es unzählige Kinder, die keine Eltern haben – und ebenso viele, deren Eltern sich nicht um sie kümmern. Die Geschichten, die man hört, sind manchmal herzzerreißend.

Ein deutscher Missionar erzählte mir beispielsweise von einem Besuch in einem besonders armen Stadtteil. Dort traf er ein kleines Kind, dem es sehr schlecht ging. Er fragte es, ob es keine Mutter habe. Das Kind antwortete: „Da ist meine Mama“ und zeigte auf eine Frau, die in einiger Entfernung stand. Der Missionar ging zu ihr und fragte, warum sie sich nicht um das Kind kümmere. Die Frau sagte, sie habe mehrere Kinder von verschiedenen Männern. Den Vater dieses Kindes könne sie jedoch überhaupt nicht ausstehen – und deshalb sehe sie keinen Grund, sich um das Kind zu kümmern.

Der Missionar ermöglichte es dem Kind daraufhin, regelmäßig zur Station zu kommen und dort die notwendige Versorgung zu erhalten.

Doch die Hilfe beschränkt sich nicht nur auf das Körperliche oder Medizinische. Man sagt den Kindern auch, dass sie gewollt und geliebt sind. Unabhängig davon, wie ihre Eltern mit ihnen umgehen: Es gibt einen Gott im Himmel. Er möchte gerade jenen, die kein wirkliches Zuhause haben, ein Zuhause schenken. Er möchte ein Vater sein für jeden, der sich ihm anvertraut.

Auch wenn es uns in Deutschland deutlich besser geht, habe ich manchmal das Gefühl, dass viele Menschen dennoch kein Zuhause im eigentlichen Sinne haben. Der Psychoanalytiker Erich Fromm stellte in seiner Forschung fest, dass wir Menschen eine innere „Entfremdung“ in uns tragen – als wären wir heimatlos. Die Bibel sagt, dass Gott die Ewigkeit in unser Herz gelegt hat. Gott möchte, dass wir nach ihm fragen und ihn suchen. Wer ihn wirklich von Herzen sucht, wird ihn auch finden. Gott ist da für jeden, der nach ihm ruft. Er möchte ihm ein Zuhause geben und ein Vater sein.

Unsere Sehnsucht nach Gott wird in der Bibel an einer Stelle besonders treffend beschrieben – in Psalm 42,2:

Wie ein Hirsch nach frischem Wasser lechzt, so sehne ich mich nach dir, mein Gott!